1. Die Angst ernst nehmen
einfach · sofort
- Du hast gerade richtig Angst, dass etwas in deinem Zimmer ist.
- Angst passt auf dich auf. Jeder hat mal Angst.
- Ich glaube dir, dass es sich für dich gerade ganz echt anfühlt.
- Ich bin direkt hier, und ich geh nirgendwohin.
Warum das wirkt
Angst ist ein normales, schützendes Gefühl, und sie mit "da ist doch gar nichts" wegzuwischen, bringt ein Kind eher dazu, noch heftiger zu widersprechen oder die Angst zu verstecken, statt mit ihr umzugehen. Sie als echt und normal zu benennen, ohne sie wegzuerklären, hilft dem Körper tatsächlich, runterzukommen.
Der Satz für dich: Ich kann ihm die Angst nicht wegnehmen, aber ich kann ihm zeigen, was hilft, wenn sie auftaucht.
2. Gemeinsam nachschauen und beruhigen
einfach · 5-10 Minuten
- Lass uns zusammen schauen. Du zeigst mir, wo es sich gruselig anfühlt.
- Siehst du? Nur deine Bücher und dein Stuhl. Sonst ist da nichts.
- Dein Zimmer ist genau das gleiche sichere Zimmer wie immer.
- Ich lass die Tür einen Spalt offen, dann hörst du mich in der Nähe.
Warum das wirkt
Zusammen durchs Zimmer zu gehen macht aus einer abstrakten Angst etwas Greifbares, Überprüfbares, und das kann sich das Gehirn eines kleinen Kindes leichter als sicher abspeichern. Die Kontrolle gemeinsam mit ihm zu machen, statt für es, gibt ihm außerdem ein Werkzeug für später, ganz allein.
Der Satz für dich: Ich kann ihm die Angst nicht wegnehmen, aber ich kann ihm zeigen, was hilft, wenn sie auftaucht.
3. Ein Werkzeug gegen die Angst bauen
mittel · 10-15 Minuten
- Lass uns zusammen Monster-Spray machen, Wasser in diese Flasche, nur für die Tür.
- Dein Job ist, vor dem Schlafen die Tür zu besprühen. Du sorgst dafür, dass es hier sicher bleibt.
- Dein Teddy hat heute Nacht auch Wachdienst. Er ist ein guter Helfer.
- Morgen erzählst du mir, wie dein Spray funktioniert hat.
Warum das wirkt
Kinder bauen echte Widerstandskraft auf, wenn sie eine aktive Rolle im Umgang mit einer Angst bekommen, statt sich ganz auf die Beruhigung eines Elternteils zu verlassen. Ein greifbares Werkzeug, wie eine Sprühflasche oder ein Wächter-Kuscheltier, gibt ihnen etwas zu TUN statt nur zu fühlen.
Der Satz für dich: Ich kann ihm die Angst nicht wegnehmen, aber ich kann ihm zeigen, was hilft, wenn sie auftaucht.
Fragen, die Eltern stellen
- Soll ich unter dem Bett nachsehen, um zu zeigen, dass da nichts ist?
- Nachsehen ist in Ordnung. Beweisen nicht, weil du damit in eine Diskussion gerätst, die du nicht gewinnen kannst: Ein Kind, das heute Abend das Nachsehen braucht, braucht es morgen wieder. Schau kurz und sachlich nach, und geh dann zu dem über, was wirklich Sicherheit gibt.
- Ist ein Monsterspray eine gute Idee?
- Bei manchen Kindern wirkt es, bei anderen geht es nach hinten los, weil es bestätigt, dass da etwas zu vertreiben ist. Wenn es hilft, nutz es. Wenn die Angst darum herum wächst, wechsle zu Dingen, die das eigene Sicherheitsgefühl stärken.
- Wann hören Ängste in der Nacht auf?
- Sie werden meist weniger, sobald sich Fantasie und Wirklichkeit klarer trennen, eher über Monate als über Wochen. Wenn die Angst stärker wird, in den Tag hineinreicht oder dein Kind gar nicht mehr schlafen lässt, sprich sie beim Kinderarzt oder der Kinderärztin an.
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