Was du sagst

Was du sagst, wenn dein Kind Angst vorm Arzt hat

Drei Sätze für das Wartezimmer, warum sie wirken, und was den nächsten Termin leichter macht.

Die Situation: Dein Kind weint, klammert sich fest oder weigert sich, beim Arzttermin mitzumachen Alter: 2-10 Jahre

Sag das

1. Bestätigung und Partnerschaft

einfach · sofort

  • Du hast Angst vorm Arzt. Das fühlt sich gerade richtig groß an.
  • Ich bleib die ganze Zeit bei dir.
  • Wir schaffen das zusammen. Du bist nicht allein.
  • Danach machen wir [spezifischer Plan]. Das wird schön.

Warum das wirkt

Informationen nehmen dem Unbekannten seinen Schrecken und senken so die Angst. Bleibst du körperlich nah, aktiviert das sein Bindungssystem und gibt ihm Sicherheit.

Der Satz für dich: Seine Angst ist echt und berechtigt. Ich kann seine Ruhe sein, mitten in diesem Sturm.

2. Kontrolle und Information

mittel · 5-10 Minuten

  • Ich erklär dir genau, was gleich passiert, dann weiß dein Kopf schon Bescheid.
  • Zuerst [Schritt 1], dann [Schritt 2]. Dabei halt ich deine Hand.
  • Du kannst wählen: auf meinem Schoß sitzen oder auf dem Tisch?
  • Wenn du weinen musst oder meine Hand ganz fest drücken willst, ist das total okay.

Warum das wirkt

Genaue Informationen nehmen dem Unbekannten die Schärfe und senken so die Angst. Wahlmöglichkeiten geben ihm etwas Kontrolle zurück, gerade wenn es sich machtlos fühlt.

Der Satz für dich: Seine Angst ist echt und berechtigt. Ich kann seine Ruhe sein, mitten in diesem Sturm.

3. Bewältigungsstrategien

einfach · 5-10 Minuten

  • Lass uns zusammen drei tiefe Atemzüge nehmen. Durch die Nase ein, durch den Mund aus.
  • Schau mich an und denk an [Lieblings-Trostgegenstand/Erinnerung].
  • Du darfst meine Hand halten, so fest du brauchst.
  • Gleich ist es vorbei, und danach machen wir [Trostaktivität].

Warum das wirkt

Konkrete Bewältigungsstrategien geben Kindern Werkzeug an die Hand, das in dieser und in künftigen Situationen gegen die Angst hilft.

Der Satz für dich: Seine Angst ist echt und berechtigt. Ich kann seine Ruhe sein, mitten in diesem Sturm.

Bevor es wieder passiert

  • Vorher zusammen Bücher über Arztbesuche anschauen
  • Arzttermine mit Spielzeug nachspielen
  • Trostgegenstände mitnehmen (das Lieblingskuscheltier)
  • Termine legen, wenn dein Kind ausgeruht ist
  • Dein Kind mit altersgerechten Erklärungen vorbereiten

Wenn es immer wieder passiert

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Fragen, die Eltern stellen

Soll ich meinem Kind sagen, dass es eine Spritze gibt?
Ja, und lieber kurz vorher als Tage im Voraus. Überrascht zu werden kostet dich viel mehr als die Anspannung davor, weil der nächste Termin dann damit anfängt, dass dein Kind deinem Wort nicht mehr traut.
Ist es falsch zu sagen, dass es nicht wehtut?
Besser nicht, denn wenn es doch wehtut, hast du etwas ausgegeben, das du wieder brauchen wirst. \"Es geht schnell, und ich bin direkt hier\" ist wahr und erfüllt denselben Zweck.
Mein Kind muss festgehalten werden. Wie mache ich das erträglicher?
Sag, was passiert und warum, halte es so, dass es sich nach Nähe und nicht nach Zwang anfühlt, und tu nicht so, als wäre alles in Ordnung. Festgehalten zu werden und dabei die Wahrheit zu hören ist etwas ganz anderes, als überrumpelt zu werden.

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