Was du sagst

Was du sagst, wenn dein Kind das Baby haut

Drei Sätze für den Moment, in dem es passiert, warum sie wirken, und wie du die nächste Situation kleiner machst.

Die Situation: Dein älteres Kind schlägt zu, drückt zu fest oder geht plötzlich auf das Baby los, mal kippt Zärtlichkeit ins Grobe, mal ist es einfach Frust pur. Alter: 3-7 Jahre

Sag das

1. Erst stoppen, dann reden

einfach · sofort

  • Stopp. Ich bin da. Das Baby schlägt man nicht. Ich helf euch beiden.
  • Ich lass nicht zu, dass du ihm wehtust. Ich sorge dafür, dass alle sicher sind.
  • Ich bin ganz hier bei dir.
  • Wir reden, sobald alle wieder ruhig sind.

Warum das wirkt

Ein Kind mitten im Ausraster läuft auf einem überforderten Nervensystem, nicht nach Plan , Worte kommen kaum noch an. Gehst du mit ruhigem Körper und ganz wenigen Worten dazwischen, sendest du die eine Botschaft, die zählt: Ich hab das im Griff, alle sind sicher.

Der Satz für dich: Erst Sicherheit, dann Gefühle, zuletzt reden. Ich brauch keine Worte, um alle sicher zu halten.

2. Die Sorge dahinter benennen

mittel · 5-10 Minuten

  • Ich glaub, es fühlt sich wacklig an, wenn das Baby deinen Sachen nahekommt, und mir.
  • Dieses Baby hat es gut, es bekommt dich als große Schwester oder großen Bruder. Und meine Liebe zu dir bleibt ganz deine. Die kann dir keiner wegnehmen.
  • Du kannst mir 'meins' oder 'jetzt nicht' mit Worten sagen. Ich helf dem Baby, zu warten.
  • Manchmal sieht das Kleinsein ganz schön gemütlich aus, was? Willst du fünf Minuten mit mir Baby spielen?

Warum das wirkt

Aggression gegenüber einem neuen Baby ist meistens Angst, ersetzt zu werden, keine echte Abneigung gegen das Baby. Diese Angst direkt zu benennen und zu sagen, dass deine Liebe ganz bleibt, spricht an, was das Verhalten wirklich antreibt.

Der Satz für dich: Das ist Sorge im Kostüm der Aggression. Meine Aufgabe ist es, die Sorge zu beantworten.

3. Einen festen Plan aufbauen

mittel · 10-15 Minuten

  • Wenn das Baby deinen Sachen nahekommt, kriegt dein Körper einen großen Schub zum Greifen oder Schlagen. Der Schub ist okay, schlagen nicht. Lass uns dem Schub einen Ort geben, wo er hinkann.
  • Was könnten deine Hände stattdessen tun. Dieses Kissen ganz fest drücken, oder mich suchen kommen?
  • Ich bleib in der Nähe, wenn ihr beide zusammen seid, damit ich helfen kann, bevor es zu groß wird.
  • Das passiert immer wieder, weil noch was fehlt, nicht weil du böse bist. Wir finden das gemeinsam raus.

Warum das wirkt

Passiert dasselbe immer wieder, obwohl du jedes Mal ruhig reagierst, fehlt einfach eine Fähigkeit. Härtere Strafe braucht es dafür nicht. Dem Greif- oder Schlag-Impuls einen festen, geübten Ort zu geben, gemeinsam entschieden in einem ruhigen Moment, ist das, was ihn tatsächlich verändert.

Der Satz für dich: Das kommt zurück, weil eine Fähigkeit noch fehlt, nicht weil mein Kind schlecht ist. Ich kann weiter nach der Lücke suchen.

Bevor es wieder passiert

  • Sortier Besitz vorher sichtbar: kostbare Schätze weit oben, gemeinsames Spielzeug in einem Korb, den beide erreichen. Dann gibt's im Moment selbst weniger zu verteidigen.
  • Gib deinem älteren Kind Worte für 'nein' und 'meins', damit die Hände nicht sprechen müssen, wenn das Baby seinen Sachen zu nahekommt.
  • Sag mehr als einmal laut, dass deine Liebe zu ihm ganz bleibt. Ein neues Baby teilt sie nicht auf.
  • Passiert das immer wieder auf dieselbe Art, behandle es als fehlende Fähigkeit, nicht als Trotz, und plan deine eigene Reaktion im Voraus, statt jedes Mal neu zu improvisieren.
  • Bleib in Armweite, solange dein älteres Kind in dieser Phase in der Nähe vom Baby ist, so kannst du blocken, bevor es zum Kontakt kommt, nicht erst danach.

Wenn es immer wieder passiert

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Fragen, die Eltern stellen

Warum wird mein Kind plötzlich aggressiv gegenüber dem Baby?
Weil das Baby da ist und die eigene Welt kleiner geworden ist, ohne dass jemand gefragt hätte. In dieser Phase geht es fast immer um deine Aufmerksamkeit und selten um das Baby. Es wird meist besser, sobald dein Kind andere Wege findet, dich zu erreichen. Deshalb muss die Reaktion dein großes Kind einschließen und nicht nur das Baby schützen.
Kann ich die beiden allein lassen?
Noch nicht, und das ist völlig in Ordnung. Dabeibleiben ist kein Misstrauen, sondern das, was dir ermöglicht ruhig zu bleiben statt erschrocken zu reagieren. Und die Ruhe ist der Teil, der wirklich etwas beibringt.
Wie höre ich auf, es meinem großen Kind übelzunehmen?
Es hilft, sich klarzumachen, dass es sich das nicht aussucht. Ein Dreijähriger mit neuem Geschwisterchen verarbeitet einen Verlust, für den er noch keine Worte hat. Das laut auszusprechen, deinem Kind gegenüber und dir selbst, nimmt erstaunlich viel Druck raus.

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